Adventskalender zum 14. Dezember: Tauet, Himmel, den Gerechten, Wolken regnet ihn herab

… rief das Volk in bangen Nächten!“ Dieses schöne Adventslied geht zurück auf den Propheten Jesaja, der davon spricht, dass Gerechtigkeit herabregnen soll (Jes 45,8). In der christlichen Tradition wurde diese Gerechtigkeit auf den einen Gerechten, Jesus Christus, gedeutet. Der Ruf nach Gerechtigkeit, die wie ein Sturzregen auf die dürre Erde regnet und sie in eine blühende Landschaft verwandelt, ist alt, religionsübergreifend, drängend und flehend und immer hochaktuell. Bange Nächte kennt wohl jeder, Ungerechtigkeit ist überall zu sehen, wenn man nur hinsehen will. Doch was kann ich schon dagegen tun? Ist das, was ich im Kleinen vermag, nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein, ein kurzer Schauer, der schon bald verdampft? Möglich, aber steter Tropfen höhlt den Stein. Wo immer es uns gelingt, Angst zu vertreiben und Menschen ins Recht zu setzen, blitzt für einen Moment das auf, was kommen wird, wenn er, der Gerechte, kommt: Alles Dürre erblüht und Würde glänzt über jedem Menschen auf.

(GL 234,1 – nach Jes 45,8)
Martina Janßen

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