Adventskalender zum 15. Dezember: Bist du der eignen Rätsel müd?

„Gott sieht alles!!!“ – Um Himmels willen, wer sagt denn so was? Da steckt ja der Vorwurf gleich mit drin. Dagegen klingt diese Strophe ganz anders: „Bist du der eignen Rätsel müd? Es kommt, der alles kennt und sieht!“ Ja, auch hier wird gesagt: Gott sieht alles. Aber es klingt anders. Das ist keine Anklage. Denn dieses Lied von Dieter Trautwein kommt nicht von oben herab, sondern erzählt liebevoll-barmherzig vom menschlichen Leben. „Er sieht dein Leben unverhüllt, zeigt dir zugleich dein neues Bild“ – das ist die geistliche Umsetzung dieses Spruches: „Gott sieht alles – aber er petzt nicht“.

Nein, in meiner Unzulänglichkeit, die ich selber immer wieder erlebe, zeigt Gott mir, wie es eigentlich mit dem menschlichen Leben gedacht ist. Wie Friede, Gerechtigkeit und Liebe unter Menschen groß werden können. Da, wo ich meiner eigenen Rätsel müde geworden bin, da ist Gott an meiner Seite und stärkt mich. Seine Liebe ist größer als meine Rätsel. Das finde ich klasse. Und stimme in den Refrain des Liedes mit ein: „Weil Gott in tiefster Nacht erschienen, kann unsre Nacht nicht traurig sein!“

(EG 56,2 – Trautwein)
Detlef Albrecht

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