Adventskalender zum 16. Dezember: A house with love in it

Im November sollte das Altenheim bezugsfertig sein. Doch so manches lief nicht nach Plan und hatte sich verzögert. Weihnachten waren zwar schon die ersten Bewohner eingezogen, aber alles mutete wie eine Baustelle an. Wir feierten im Speisesaal Gottesdienst. Es gab noch kein Klavier, der Weihnachtsschmuck war spärlich, keiner kannte den anderen, unser Gesang klang brüchig. Nach „O du fröhliche“ war niemandem zumute und stille Nächte gab es mehr als genug. Zum Glück hatte ich eine CD dabei. „A house with love in it“ von Nat King Cole klang durch den Raum. Auch wenn noch so vieles fremd, provisorisch, unvollkommen war, – „although there are a thousand things that house may need“ – wenn nur Liebe da, reicht es. Das brach das Eis. Die schmucklose Baustelle hatte sich in „a house with love in it“ verwandelt. Viele Jahre habe ich dort Heiligabend Gottesdienst gefeiert, mit wunderbarer Dekoration, Klavier und vollen Stimmen, aber die zerkratzte CD vom ersten Weihnachtsfest durfte nie mehr fehlen.

(„A house with love in it“ by Sylvia Dee 1956)
Martina Janßen

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