Adventskalender zum 19. Dezember: Heut schließt er wieder auf die Tür zum schönen Paradies

Ich gebe zu: Manchmal träume ich vom Paradies. Wo nicht alles anders, aber vieles besser ist. Wie genau das aussehen soll, weiß ich nicht. Aber das kann doch mit dieser Welt – so wie sie ist – nicht alles sein, oder?

Das Bild, das Nikolaus Hermann vom Paradies entwickelt, entspricht erst einmal nicht den gängigen Vorstellungen von diesem wunderbaren Ort. „Er wird ein Knecht und ich ein Herr…“, schreibt Herman, und weiter: „…das mag ein Wechsel sein! Wie könnt es doch sein freundlicher, das herze Jesulein.“

Die Sprache klingt nach 16. Jahrhundert – aus der Zeit stammt das Lied. Aber die Sache ist doch immer noch spannend: Gott ist nicht mehr der Große und Allmächtige, sondern wird wie unsereins: Mensch. „Er äußert sich all seiner G’walt“, schreibt Herman. Gott ist nicht mehr Gott? Gott wird Mensch? Und das ist das Paradies?

Noch nicht ganz. Denn das Paradies ist dort, wo Gott und Mensch auf Augenhöhe miteinander sind. So wie Jesus damals. Und wo er mitbekommt, was in dieser Welt eigentlich fehlt, um sie zu einem Paradies zu machen. Danke, Gott!

(EG 27,6 – Nikolaus Herman)
Detlef Albrecht

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