Adventskalender zum 6. Dezember: Santa Baby

Ich liebe es, wenn Eartha Kitt „Santa Baby“ schnurrt. Es ist so herrlich kokett und politisch völlig unkorrekt. Diese Diva – „an awefull good girl“ – mit nur wenig weißem Pelz auf nackter Haut und umso mehr Sexappeal gurrt ihren „Santa Baby“, „Santa cutie“ und „Santa honey“ an. Sie weiß genau, was sie will und wann: „Eile durch den Schornstein herunter: tonight! Schnell, her mit den Geschenken!“ Auf der Wunschliste stehen allerdings weder wahre Liebe noch Weltfrieden, sondern eine Platinmine, ein hellblauer 54er Cabriolet, ein Zobel, ein Ring, Kreditkarte und Schecks, Weihnachtsbaumschmuck von Tiffany’s –„all das ist doch nicht viel“, „really that’s not a lot“. Was für eine bescheidende Wunschliste, was für ein perfekt inszeniertes Spiel mit Sexismus und Kapitalismus, voll entlarvender Ironie! So verpackt liebe ich moralische Appelle: Auf das Materielle und teure Geschenke kommt es in diesen Wochen eben gerade nicht an! „Really that’s not a lot.“ Stimmt, denn Weihnachten ist viel, viel mehr.

(„Santa Baby“ by Joan Javits/ Philip Springer 1953)
Martina Janßen

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