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St Andreas liest: Lesefreunde treffen sich

Unter dem Motto "St Andreas liest" treffen sich Bücherinteressierte jeweils am letzten Montag im Monat, um 20.00 Uhr im Turmraum der St. Andreaskirche (Eingang an der Nordwestecke der Kirche).

Die Idee:

Wer gerne liest, weiß, wie anregend es sein kann, mit anderen über das Gelesene ins Gespräch zu kommen. Viele interessante Bücher fordern es geradezu heraus, sich intensiver mit ihnen auseinanderzusetzen. Verschiedene Interessierte haben daher – auch als erstes konkretes Ergebnis unserer Gemeindebefragung – die Gründung eines Lesekreises in unserer Gemeinde ins Auge gefasst.

Die Grundidee ist so simpel wie gut: Die Teilnehmer des Lesezirkels legen gemeinsam ein Buch fest, welches bis zum nächsten Treffen (möglichst) von allen gelesen wird, um sich dann über dieses Buch auszutauschen. Die Art der Literatur kann dabei je nach Absprache das gesamte Spektrum von Neuerscheinungen bis hin zu Klassikern abdecken. Angedacht sind derzeit monatliche Treffen, wobei wir als wiederkehrenden Termin vorerst den letzten Montag im Monat vorgesehen haben. Eine regelmäßige Teilnahme ist aber nicht zwingend erforderlich. Willkommen sind auch diejenigen, die nur sporadisch oder wegen eines bestimmten zu besprechenden Buches teilnehmen möchten.

Buchbesprechung am 22.2.210: Matt Beynon Rees - Der Verräter von Betlehem

Omar Jussuf ist Geschichtslehrer für muslimische und christliche Kinder in Bethlehem, ein aufgeklärter, aber auch streitbarer Mann, den seine Vorgesetzten lieber heute als morgen im Ruhestand sehen möchten. Die christliche Minderheit schmilzt immer mehr zusammen, und gerade als Omar Jussuf sich dazu durchgerungen hat, mehr Abstand von der Schule zu gewinnen, wird einer seiner ehemaligen Lieblingsschüler verhaftet. George Saba, ein Christ, soll als Kollaborateur an einem Attentat auf einen führenden palästinensischen Widerstandskämpfer beteiligt gewesen sein. Jussuf kann nicht glauben, dass Saba "der Verräter von Bethlehem" sein soll. Als niemand das geringste Interesse daran zeigt, die Wahrheit ans Licht zu bringen, beginnt der Lehrer auf eigene Faust zu ermitteln. Vor einem politisch brisanten Hintergrund entspinnt Matt Beynon Rees eine tragische Geschichte, die uns am palästinensischen Alltag teilhaben lässt.

Buchbesprechung am 29.3.2010: Jenny Erpenbeck: Heimsuchung.

Heimsuchung reicht tief in die deutsche Vergangenheit. Eine literarische Spurensuche von stupender Wucht
Ein Haus an einem märkischen See ist das Zentrum, fünfzehn Lebensläufe, Geschichten, Schicksale von den Zwanzigerjahren bis heute ranken sich darum. Das Haus und seine Bewohner erleben die Weimarer Republik, das Dritte Reich, den Krieg und dessen Ende, die DDR, die Wende und die Zeit der Nachwende. Jedem einzelnen Schicksal gibt Jenny Erpenbeck eine eigene literarische Form, jedes entfaltet auf ganz eigene Weise seine Dramatik, seine Tragik, sein Glück. Alle zusammen bilden eine Art kollektives literarisches Gedächtnis des letzten Jahrhunderts, geformt in einer Literatur, die nicht nur großartige Sätze und Bilder zu bieten hat, sondern die auch Wunden reißt, verstört, beglückt, verunsichert und versöhnt.

Nächste Termine

  • Mo, 22.2. 2010
  • Mo, 29.3. 2010
  • Mo, 26.4. 2010

 

Kontakt zum Lesekreis

Wer an weiteren Informationen interessiert ist, kann sich gerne an
Rainer Kunze (Tel. 3 84 75) wenden.

 

Buchbesprechung 22.2.2010: Der Verräter von Betlehem

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