Kurt Sohns

Kurt Heinrich Friedrich Sohns war einer der bedeutendsten Künstler Niedersachsens im 20. Jahrhundert. Am 9. Januar 1907 in Barsinghausen geboren, begann er nach einer Ausbildung zum Kunstschlosser ein Malereistudium an der Kunstgewerbeschule Hannover und an der Akademie Stuttgart. 1932 wurde er Dozent für Farbenlehre in Hannover, verlor diese Stellung jedoch 1937 aus politischen Gründen. Während des Zweiten Weltkriegs wurden sein Atelier in Hannover durch Bombenangriffe zerstört und nahezu sein gesamtes Frühwerk, darunter auch eine große Sammlung von Albanien-Zeichnungen, vernichtet.

Nach 1945 gelang Sohns ein Neubeginn und er wurde 1948 an die Technische Hochschule Hannover berufen, wo er 1967 ordentlicher Professor wurde. Seine Malerei zeichnet sich durch eine kraftvolle, oft rötliche Farbigkeit aus und verbindet abstrakte und poetisch gegenständliche Elemente. Neben Gemälden schuf er bedeutende Glasfenster, Mosaike und Wandgestaltungen, unter anderem für die St.-Andreas-Kirche in Hildesheim, die Klosterkirche Barsinghausen und öffentliche Gebäude in Hannover.

Sohns’ Stil bei den Taufkapellenfenstern von St. Andreas ist geprägt von einer bewusst reduzierten, expressiven Formensprache. Statt naturalistischer Detailfülle begegnen einem stilisierten Figuren, starke Farbkontraste und symbolische Ordnungen. Außerdem wird oftmals ein weißer Rand genutzt, wodurch die Fenster mehr leuchten können. Die Einzelszenen sind jeweils in klaren geometrischen Rahmen angeordnet, häufig begleitet von Maßwerkformen wie Zwickeln, Maßwerkrosen und Ornamentleisten, die teilweise inhaltlich (Lichtsymbolik) ausgedeutet werden. Beim Altarfenster hat sich Sohns allerdings für eine zentrale, die Lanzetten übergreifende Hauptszene entschieden, die gleichsam als Altarbild figuriert und die Geburt Jesu zeigt.

Sohns’ Werke wurden international ausgestellt und sind heute in renommierten Sammlungen wie dem Sprengel Museum Hannover, dem Niedersächsischen Landesmuseum Oldenburg oder dem Carnegie Museum of Art vertreten. Sein Einfluss als Lehrer und Künstler prägte Generationen von Kunstschaffenden in Niedersachsen. 1983 wurde er mit dem Niedersächsischen Verdienstorden 1. Klasse geehrt. Kurt Sohns starb am 4. Januar 1990 in Hannover, aber in Barsinghausen erinnert der Kurt-Sohns-Weg an ihn.

Annika Storm

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