Daniel Bartels

Daniel Bartels, der Schöpfer des großen, 1945 verbrannten Barockaltars von St. Andreas, lässt sich erstmals 1671 als Bürger und Bildschnitzer in Hildesheim nachweisen. Kurz danach muss er nach Hannover gezogen sein, denn 1678 wird er als „Bildhauer Bartels aus Hannover“ im Zusammenhang mit dem Altar in Kirchhorst erwähnt. Hierbei handelt es sich um ein eher bescheidenes Werk, das die Dimension seiner späteren Hildesheimer Arbeiten noch nicht erahnen lässt. 

Am 4. Oktober 1679 ließ Bartels seinen Sohn Ernst Dietrich Bartels in der Marktkirche Hannover taufen. Dieser sollte später die Werkstatt übernehmen und ein sowohl umfangreiches wie qualitätvolles Werk hinterlassen.

Ab 1682 arbeitete Daniel Bartels für die Hildesheimer Andreaskirche: Zunächst für die Chorschranken und dann, nach Abschluss des Vertrags am 1. Juni 1683, am großen Barockaltar. In diesem Zusammenhang scheint er wieder nach Hildesheim zurückgezogen zu sein.

Wie viele Künstler und Kunsthandwerker seiner Zeit arbeitete Daniel Bartels im bikonfessionellen Hochstift Hildesheim sowohl für lutherische als auch katholische Auftraggeber: So schuf er 1692 den Hochaltar für die katholische Stiftskirche St. Mauritius in Moritzberg und 1695/96 den lutherischen Kanzelaltar für St. Jakobi in Hildesheim (1945 verbrannt)  – ein Schlüsselwerk, das unter der städtischen Geistlichkeit zunächst Kontroversen auslöste, weil man es unschicklich fand, mit den Füßen über dem Altar zu stehen. Letztlich aber wurde gerade der Jakobialtar zum Prototyp für eine ganze Folge weiterer Kanzelaltäre auf dem Land, die namentlich Ernst Dietrich Bartels ausführte: u.a. in Ilten (1724), Betheln (1734) und Sibbesse (um 1737). Hier findet man Motive wie das „Guckkasten-Abendmahl“ wieder, die Bartels erstmals am Andreas-Altar entwickelt hatte.

Als gesichertes Werk von Daniel Bartels hat sich noch der Altar in St. Johannis in Bodenburg erhalten. Dem Bildschnitzer wird auch ein reich gestaltetes, 1945 verbranntes Barockportal im Inneren von St. Andreas zugeschrieben, das ursprünglich, unterhalb der Orgelempore und zum Kirchenraum gewendet, den romanischen Westbau nach Osten verschloss und im Zuge der Restaurierung ab 1913 vor die Sakristei versetzt wurde. Es zeigte die für Bartels charakteristischen, schweren, naturnahen Formen des Hochbarock.

Christian Scholl

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