Chorraum

Der Chorraum ist der wichtigste Bereich einer Kirche. Hier steht der (Hoch-)Altar und hier werden bedeutungsvolle gottesdienstliche Handlungen (Gebete, Segen) vollzogen. Vor dem Altar versammelt sich die Gemeinde zum Abendmahl. Vom Chorraum aus finden in St. Andreas auch die Predigt sowie Lesungen statt, die sich an die Gemeinde im Kirchenschiff richten.

Beim Wiederaufbau 1965 wurde der Chorraum nach einem einheitlichen künstlerischen Konzept ausgestaltet. Die wichtigsten Werke stammen von Ulrich Henn, der die Abendmahlsgruppe über dem Altar, das Altarkreuz sowie das Lesepult entwarf.

Bis zur Zerstörung am 22. März 1945 stand im Chor ein monumentaler Barockaltar des bedeutenden Bildschnitzers Daniel Bartels. Ein kürzliche aufgefundenes Gemälde könnte zu diesem Altar gehören.

Im Mittelalter war der Chorraum ein exklusiver Aktionsraum der Geistlichkeit, der insbesondere von den Kanonikern des Andreasstifts genutzt wurde.

Literatur

  • Herta Beutter: Die Werkstoffe: Holz, Wachs und Bronze, in: Ulrich Henn. Bronzearbeiten, Ausstellungkatalog Hällisch-Fränkisches Museum Schwäbisch Hall, Schwäbisch Hall 2008, S. 17-23.
  • Friedrich Bleibaum: Bildschnitzerfamilien des Hannoverschen und Hildesheimschen Barock (= Studien zur deutschen Kunstgeschichte 227), Straßburg 1942.
  • Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler: Bremen, Niedersachsen, Neubearbeitete, stark erweiterte Auflage 1992.
  • Richard Doebner (Hg.): Urkundenbuch der Stadt Hildesheim, Bd. 7, Hildesheim 1899.
  • Richard Doebner (Hg.): Urkundenbuch der Stadt Hildesheim, Bd. 8, Hannover 1901.
  • Einige Notizen über die hiesige St. Andreas Kirche (Nach einem Aufsatze in dem Hildesheimischen sogenannten historischen Kalender für 1824), in: Beiträge zur Hildesheimischen Geschichte enthaltend die darauf Bezug habenden Aufsätze der sämmtlichen Hildesheimischen Wochen- und einiger kleinen Gelegenheitsschriften bis zum Jahre 1828, Bd. 2, Hildesheim 1829, S. 98-122.
  • Fritz Garbe: Versunkene Schätze der Kirche St. Andreas, in: Alt-Hildesheim. Eine Zeitschrift für Stadt und Stift Hildesheim, 20, 1942, S. 24-28.
  • Maren Christine Härtel: Die spätgotische Pfarr- und Stiftskirche St. Andreas in Hildesheim. Planen und Bauen nach französischem Kathedralschema (= Quellen und Studien zur Geschichte des Bistums Hildesheim, Bd. 8), Hannover 2004.
  • Renate Klink: XXL-Jesus-Gemälde im Hildesheimer Andreaskirchturm gefunden: Die Geschichte hinter einer ungewöhnlichen Entdeckung, in: Hildesheimer Allgemeine Zeitung, 20.10.2023.
  • Joachim Barward Lauenstein: Hildesheimische Kirchen- und Reformations-Historie, Teil 2, Hildesheim 1736.
  • Hermann Adolf Lüntzel: Geschichte der Diöcese und Stadt Hildesheim. Herausgegeben aus dessen Nachlasse, Zweiter Theil, Hildesheim 1858.
  • Martin Luther: Werke. Kritische Gesamtausgabe, Bd. 31, 1. Abteilung, Weimar 1913.
  • Hartmut Mai: Der evangelische Kanzelaltar. Geschichte und Bedeutung, Halle/Saale 1969.
  • Felix Prinz: Das Retabel der St. Matthäus-Kirche in Gronau an der Leine. Fragen zur Objektbiographie, in: Gerhard Lutz, Angela Weyer (Hg.): 850 Jahre St. Godehard in Hildesheim. Kirche – Kloster – Ausstattung. Interdisziplinäre Tagung des Hornemann Instituts der HAWK Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen und der Klosterkammer Hannover im Rahmen des Festprogramms zu 1000 Jahre Bischof Godehard (= Schriften des Hornemann Instituts, Bd. 23), Petersberg 2023, S. 179-190.
  • Arno Rega: St. Andreas Hildesheim, Hildesheim 1990.
  • Hans Schönberg: Die barocken Kanzelaltäre Hildesheimer Meister im Kreise Marienburg i.H., in: Alt-Hildesheim. Eine Zeitschrift für Stadt und Stift Hildesheim, 20, 1942, S. 38-48.
  • Hans Wille: Die romanische Pfarrkirche St. Andreas in Hildesheim, in: Niederdeutsche Beiträge zur Kunstgeschichte 2, 1962, S. 45–84.
  • Adolf Zeller: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover II. Regierungsbezirk Hildesheim. 4. Stadt Hildesheim. Kirchliche Bauten, Hannover 1911.
  • Luise Zeppenfeld: Unsere Kirchen, Hildesheim 1925.
  • Luise Zeppenfeld: Barockmeister in Hildesheim, in: Alt Hildesheim, Eine Zeitschrift für Stadt und Stift Hildesheim, 9, 1929, S. 24-29.