Der namhafte Glaskünstler Hans Gottfried von Stockhausen (1920-2010) entwarf die Fenster in den Kranzkapellen. Die Lanzetten der dreibahnigen Maßwerkfenster zeigen jeweils in der Mittelachse einen stilisierten Stamm, von dem seitlich Buchenblätter ausgehen. Diese spielen auf den Namen von Johannes Bugenhagen (1485-1558) an, der 1542 an St. Andreas die Reformation in Hildesheim eingeführt und die Hildesheimer Kirchenordnung verfasst hat. Bugenhagen ist das niederdeutsche Wort für Buchengehölz. Sinnigerweise bewirkt eine Hommage an diesen Reformator die ästhetisch erwünschte Abdunklung der Kapellen, die nach der Reformation nicht mehr für Privatmessen genutzt wurden. Dadurch konzentriert sich das Licht auf den Binnenchor, in dem die lutherische Gemeinde gemeinsam Abendmahl in beiderlei Gestalt feiert.
Jede der fünf Kranzkapellen wird durch die Buntglasfenster von einer Farbe dominiert: Die äußeren Kapellen leuchten grün, die innenliegenden Kapellen blau und die Scheitelkapelle rot. Dieses Rot wiederum hinterfängt den Altar mit dem Kreuz und der Abendmahlsgruppe von Ulrich Henn und wirkt weit in den Raum hinein – bis zur Versöhnungshalle am Westende der Kirche.
Der Bronzekünstler Ulrich Henn hat das Motiv der Buchenblätter 1995 beim Bugenhagen-Denkmal draußen auf dem Andreasplatz aufgegriffen.
Christian Scholl