… sind Denkmale in Erinnerung an Verstorbene, die aufrecht an Wänden oder Pfeilern stehen oder hängen. Anders als Grabmälern konnten sie räumlich unabhängig vom eigentlichen Grab angebracht werden – wenn auch meist in dessen Nähe. Wohlhabende Auftraggeber ließen sich im Idealfall sowohl eine Grabplatte als auch ein Epitaph setzen.
Im 16. und 17. Jahrhundert entwickelten sich Epitaphien zu einer beliebten, nicht selten höchst repräsentativen Form des Totengedenkens, die man sowohl in katholischen als auch in lutherischen Kirchen findet. Hauptelement ist die Gedenkinschrift (in der Antike bedeutete „Epitaphium“ die Grabrede, später auch die Inschrift auf dem Grab). Epitaphien wurden aus Holz oder Stein gefertigt und wiesen neben der Inschrift oftmals Gemälde und/oder dreidimensionale Bildwerke auf. Wenn die edle Herkunft der Verstorbenen hervorgehoben werden sollte, arrangierte man – wie beim Epitaph Arneken – Wappen zu einer „sechszehnfachen Ahnenprobe“.
Indem Epitaphien Wände füllten und Pfeiler besetzten, prägten sie ab der Frühen Neuzeit das Erscheinungsbild vieler Kirchenräume. Da ihre Anbringung genehmigungspflichtig und meist mit einer Geldzahlung verbunden war, bedeuteten sie zudem eine wichtige Einnahmequelle für Kirchengemeinden.
Christian Scholl