Epitaph Arneken

Auferstehung: Jesus steigt nicht einfach aus seinem Grab, sondern katapultiert sich geradezu aus diesem heraus, versetzt die Wächtersoldaten in Erstaunen und schwebt weit hinauf in den dramatisch bewölkten Himmel, der von zahlreichen Engeln bevölkert ist.

Das Gemälde „Auferstehung Christi“ ist ein Hauptwerk des Manierismus in Hildesheim und gehört zu den wenigen erhaltenen Überresten der einstmals reichen nachreformatorischen Ausstattung von St. Andreas. Ursprünglich war es das Hauptbild des Epitaphs von Henni Arneken und dessen Frau Adelheit, geborene Brandis. Das um 1600 entstandene Werk hat eine bemerkenswerte Objektgeschichte und ist überdies ein spannendes Beispiel, wie man mit Grabdenkmalen hintergründig Bildpolitik betreiben kann. Während der aufwändig gestaltete hölzerne Rahmen des Epitaphs 1945 verbrannt ist, hat sich im Roemer-und-Pelizaeus-Museum ein weiteres Gemälde von diesem Epitaph erhalten, das die Familie Arneken zeigt.

Christian Scholl

Literatur

  • Friedrich Arneke: Die Aufzeichnungen des Hildesheimer Bürgermeisters Henni Arneken aus den Jahren 1564 bis 1601, in: Zeitschrift des Harzvereins für Geschichte und Altertumskunde 1912, S. 165-225.
  • Michael Bischoff: Hopffe, Johannes, in: Allgemeines Künstler-Lexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker, Bd. 74, Berlin 2012, S. 448.
  • Deutsche Inschriften (DI) 58, Stadt Hildesheim, Nr. 535(†) (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0053505.
  • Maren Christine Härtel: Die spätgotische Pfarr- und Stiftskirche St. Andreas in Hildesheim. Planen und Bauen nach französischem Kathedralschema (= Quellen und Studien zur Geschichte des Bistums Hildesheim, Bd. 8), Hannover 2004, S. 174f.
  • Hector Wilhelm Heinrich Mithoff: Kunstdenkmale und Alterthümer im Hannoverschen, Bd. 3: Fürstenthum Hildesheim nebst der ehemals freien Reichsstadt Goslar, Hannover 1875, S. 153, 165.
  • Adolf Zeller (Bearb.): Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, II. Regierungsbezirk Hildesheim, 4: Stadt Hildesheim. Kirchliche Bauten, Hannover 1911, S. 165.