Auferstehung: Jesus steigt nicht einfach aus seinem Grab, sondern katapultiert sich geradezu aus diesem heraus, versetzt die Wächtersoldaten in Erstaunen und schwebt weit hinauf in den dramatisch bewölkten Himmel, der von zahlreichen Engeln bevölkert ist.
Das Gemälde „Auferstehung Christi“ ist ein Hauptwerk des Manierismus in Hildesheim und gehört zu den wenigen erhaltenen Überresten der einstmals reichen nachreformatorischen Ausstattung von St. Andreas. Ursprünglich war es das Hauptbild des Epitaphs von Henni Arneken und dessen Frau Adelheit, geborene Brandis. Das um 1600 entstandene Werk hat eine bemerkenswerte Objektgeschichte und ist überdies ein spannendes Beispiel, wie man mit Grabdenkmalen hintergründig Bildpolitik betreiben kann. Während der aufwändig gestaltete hölzerne Rahmen des Epitaphs 1945 verbrannt ist, hat sich im Roemer-und-Pelizaeus-Museum ein weiteres Gemälde von diesem Epitaph erhalten, das die Familie Arneken zeigt.
Christian Scholl