… war eine der schillerndsten Hildesheimer Persönlichkeiten der Frühen Neuzeit. Am 10. Februar 1539 in dieser Stadt geboren, verwaiste er im Alter von einem Jahr und wurde im Haushalt von Jost Brandis großgezogen. 1564 ging er nach Antwerpen, um sich zum Wollkaufmann ausbilden zu lassen. Im Dezember 1569 kehrte er als reicher Mann nach Hildesheim zurück, erwarb hier im März 1570 ein Haus und heiratete Adelheit Brandis, die Tochter seines Pflegevaters Jost Brandis. Das Ehepaar bekam zwei Töchter: Adelheit und Anna. Die ganze Familie war am Epitaph in einem Gemälde dargestellt, dass sich im Roemer-und-Pelizaeus-Museum erhalten hat.
1573 wurde Arneken Mitglied des Hildesheimer Rats und 1574 Kastenherr an St. Andreas, wo er sich für die Neuordnung des Archivs, die Ausstattung des „Kapchores“ (der Empore über dem Nordportal) und die Ausbesserung der Orgel einsetzte. Am 7. Januar 1583 wurde er zum Bürgermeister der Stadt gewählt – ein Amt, dass er im jährlichen Wechsel mit Joachim Brandis d. Ä. ausübte. In diese Zeit fällt der Zusammenschluss von Alt- und Neustadt Hildesheim. Streitigkeiten mit Caspar Borcholt führten dazu, dass Arneken 1587 das Bürgermeisteramt verlor. Im selben Jahr stiftete er, um seine Reputation zurückzuerlangen, das Arneken-Hospital. 1589 wurde er erneut Bürgermeister von Hildesheim. Ab 1593 übte er dieses Amt im jährlichen Wechsel mit Joachim Brandis d. J. aus. Zu den Schattenseiten seiner Amtszeit gehört 1595 die Vertreibung der jüdischen Bevölkerung aus Hildesheim.
1599 schloss Henni Arneken mit der Andreasgemeinde einen Begräbnisstellenvertrag ab. Ein Jahr später wurde er aufgrund von Vorwürfen, zu Gewalttaten gegen Widersacher angestiftet zu haben, als Bürgermeister abgesetzt und unter Hausarrest gestellt. Er starb am 10.07.1602 im Haus von Jost Brandis. Am 12.07. wurde er in der St.-Andreas-Kirche bestattet.
Christian Scholl