Hans Wille

Der Kunsthistoriker Hans Wille (1926–1999) gehört zu den wichtigsten Forschern zur romanischen Architektur in Hildesheim. Zwischen 1945 und 1950 führte er im Rahmen seiner Doktorarbeit an der Universität Göttingen systematische archäologische Grabungen unter der durch Kriegseinwirkung stark beschädigten gotischen St.-Andreas-Kirche durch. Seine Arbeiten gelten bis heute als maßgeblich für die Rekonstruktion des romanischen Vorgängerbaus, auch wenn mittlerweile sicher andere Standards für archäologische Untersuchungen gelten. Seine Studien leisten einen wertvollen Beitrag zum Verständnis der baugeschichtlichen Entwicklung Hildesheims und zur Einordnung der Andreaskirche in den Kontext der frühromanischen Architektur.

Später widmete sich Hans Wille anderen Feldern der Kunstgeschichte: 1963 wurde er Kustos der Göttinger Universitätskunstsammlung und entwickelte sich zu einem Pionier der Erforschung des Düsseldorfer Malers Eduard Bendemann. Von 1974 bis 1988 leitete er das Gustav-Lübcke-Museum in Hamm.

Anna Lena Heitefuß

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