Ursprünglich war geplant, nach der historistischen Vollendung des gotischen Turms den romanischen Turmstumpf abzureißen und den gesamten Innenraum des Langhauses zu öffnen. Aufgrund denkmalpflegerischer Einwände, die vor allem von Conrad Wilhelm Hase ausgingen, erhielt man jedoch den romanischen Westbau und umbaute ihn in gotischen Formen, so dass er am Außenbau nicht mehr in Erscheinung tritt. Damit ergab sich im westlichen Bereich von St. Andreas eine Vielzahl von Räumen, die nicht gottesdienstlich genutzt werden konnten.
In diesen Räumen wurde 1893 das Andreasmuseum eingerichtet, das hier bis 1933 existierte. Dabei handelte es sich um eine Gründung des Hildesheimer „Vereins zur Erhaltung der Kunstdenkmäler“, dessen Vorsitzender der Oberbürgermeister Gustav Struckmann war. Das Andreasmuseum fungierte vor allem als Aufbewahrungsort für historische und künstlerische Objekte, die im Zuge des Stadtumbaus ihren ursprünglichen Aufstellungs- oder Anbringungsort verloren hatten: z.B. Grabsteine, Skulpturen, kirchliche und profane Ausstattungselemente oder Teile von Fachwerk- und Steinhäusern. Ergänzt wurde die Sammlung durch Fotografien und über 100 Zeichnungen, in denen das historische Stadtbild von Hildesheim dokumentiert wurde. Ein beträchtlicher Teil bildet heute den Grundstock der stadtgeschichtlichen Sammlung im Roemer-und Pelizaeus-Museum.
Christian Scholl
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