Wie bei vielen mittelalterlichen Kirchenbauten erfolgte erst mit dem Historismus des 19. Jahrhunderts eine Vollendung des Turmes von St. Andreas. Für diesen Zweck wurde 1882 der St. Andreas-Thurmbau-Verein gegründet. Da der Molderam-Plan nicht mehr erhalten war (bzw. dasjenige, was man von ihm zu wissen glaubte, sich als nicht umsetzbar erwies), schrieb der Verein im Juli 1882 einen Wettbewerb für die Gestaltung der Turmobergeschosse aus. Die Entscheidung fiel auf einen Entwurf von Max Kolde, der, modifiziert durch den Hildesheim Stadtbaurat Gustav Schwartz, 1883 zur Ausführung freigegeben wurde. Die Finanzierung setzte sich aus mehreren Quellen zusammen.
Die Grundsteinlegung zur Turmvollendung fand am 10. November 1883 statt – an Martin Luthers 400. Geburtstag. Dass man an St. Andreas den höchsten Kirchturm Niedersachsens errichtete, war sicher auch eine kulturprotestantische Demonstration. Am 4. August 1886 wurden die Bauarbeiten am Turm mit der Anbringung der eisernen Helmspitze beendet. Zwischen 1893 und 1933 war in den Räumen unter dem Turm das Andreas-Museum eingerichtet.