Max Kolde gewann die Preisausschreibung, da er die Kirche mit seinem Entwurf übersichtlich gestaltete und auch ihre Lage berücksichtigte. Er hat hierbei nicht nur auf eine klare Silhouette geachtet, sondern auch darauf, dass der neue Bau sauber an die bereits bestehenden Teile und Denkmale aus dem Mittelalter anschließen würde. Insgesamt war sein Plan schlicht und passte realistisch in das Budget für den Bau.
Kolde plante ein Glockengeschoss, welches an den Hauptansichtsseiten über zwei Fenster verfügen sollte ud mit einer begehbaren Galerie abschloss. Die Haube war als Walmdach geplant. Aus dessen Mitte sollte sich ein Helm erheben, der viereckig startete und dann in ein Achteck überging.
Da die Zweifenstergliederung dem dreigeteilten Unterbau widersprach, wurde der Entwurf anschließend vom Hildesheimer Stadtbaumeister Gustav Schwartz sowie von Hermann Cuno, einem Vorstandsmitglied des Thurmbau-Vereins, modifiziert. Diese Architekten legten die Dreiteilung des Glockengeschosses fest und gliederten die Fassade mit Maßwerkfenstern.
Am 31. Januar 1883 wurde dieser Bauplan dann zur Ausführung freigegeben. Danach wurde der Entwurf dem Königlichen Konsistorium in Hannover vorgelegt, der sich gegen den modifizierten und für Koldes Originalplan entschied. Ein großer Kritikpunkt an Schwartz‘ Modifizierung war hierbei, dass sich, im Kontrast zu Koldes Entwurf, der Helm nicht organisch aus dem Turmdach entwickeln könne, da das Achteck hier das gesamte Obergeschoss einnehmen würde. Nach weiteren Revisionen, an denen nicht zuletzt Conrad Wilhelm Hase beteiligt war, erteilte das Konsistorium am 24. September 1883 die Genehmigung.
Laura Reich
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