Der St. Andreas-Thurmbau-Verein wurde am 7. März 1882 nach dem Vorbild des Zentralen Dombauvereins in Köln gegründet. Das Ziel dieses Vereins war „die Vollendung des Thurmbaues der St. Andreaskirche zu Hildesheim und der Verbindungstheile zwischen Schiff und Kirche“ (Härtel 2004, S. 262). Die einzige Voraussetzung, um Mitglied zu werden, war die Zahlung eines Mitgliedsbeitrages von drei Mark pro Jahr.
Die Generalversammlung wählte einen Vorstand aus neun Personen, von denen einer vom Kirchenvorstand gestellt werden musste. Der erste Vorstand setzte sich aus Bürgern der Oberschicht zusammen, darunter der damalige Bürgermeister Gustav Struckmann, Senator Hermann Roemer und Baurat Hermann Cuno. Man darf den Turmbau als kulturprotestantisches Identifikationsprojekt für das bürgerliche Hildesheim verstehen.
Des Weiteren gab es einen jährlich neugewählten Ausschuss von 36 Mitgliedern, der dem Vorstand bei allen wichtigen Angelegenheiten zur Seite stand. Zu diesen zählten zum Beispiel die Beschaffung von Bauentwürfen und die Entscheidung, welcher von diesen letztlich umgesetzt werden sollte.
Laura Reich