Bildwerke in der Turmhalle

Verwittert, verstummt und doch voller Geschichte: Im Halbdunkel des Turmraums der St.-Andreas-Kirche erscheinen steinerne Skulpturen wie ein flüchtiger Blick in eine vergangene Zeit. Sie stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert und schmückten ursprünglich Portale und Fassaden am Außenbau von St. Andreas. Heute sind sie aus konservatorischen Gründen im Kircheninneren ausgestellt, wo sie den Besucherinnen und Besuchern einen eindrucksvollen Einblick in das künstlerische Schaffen der Gotik geben. An ihren Originalstandorten stehen Kopien.

Von der Westfassade des Turmes stammen die Figuren der Heiligen Drei Könige und der Maria mit dem Kind. Sie sind Zeugnisse einer ausgeprägten Dreikönigsverehrung in Hildesheim. Von derselben Westfassade stammt eine weitere Maria mit Kind, die über dem Mittelportal angebracht war – eine „Maria 2.0“

Außerdem ist hier eine Skulptur des Heiligen Paulus ausgestellt, die ursprünglich das westlichste Portal an der Südseite bekrönte.

Luisa Aderhold und Christian Scholl

Literatur

  • Michael Brandt, Claudia Höhl, Gerhard Lutz (Hg.): Dommuseum Hildesheim. Ein Auswahlkatalog, Regensburg 2015.
  • DI 58, Stadt Hildesheim, Nr. 282 (Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di058g010k0028209.
  • Richard Doebner (Hg.): Urkundenbuch der Stadt Hildesheim, Bd. 4, Hildesheim 1890.
  • Richard Doebner (Hg.): Urkundenbuch der Stadt Hildesheim, Bd. 7, Hildesheim 1899.
  • Maren Christine Härtel: Die spätgotische Pfarr- und Stiftskirche St. Andreas in Hildesheim. Planen und Bauen nach französischem Kathedralschema (= Quellen und Studien zur Geschichte des Bistums Hildesheim, Bd. 8), Hannover 2004.
  • Gregor Martin Lechner: Paulus, in: Lexikon der christlichen Ikonographie, Bd. 8, Freiburg i. Br. 1976, Sp.127-147.
  • Adolf Weis: Drei Könige, in: Lexikon der christlichen Ikonographie, Bd. 1, Freiburg i. Br. 1968, Sp. 539-549.