Die Wiedereinweihung der Hildesheimer Andreaskirche im Jahr 1965 stand unter dem Leitmotiv der Versöhnung Gottes mit den Menschen und der Versöhnung der Menschen untereinander. So wurde im Bereich zwischen gotischem Turmneubau und romanischem Westbau die Versöhnungshalle eingerichtet. Von 1893 bis 1933 war hier das Andreas-Museum untergebracht.
Der Wiederaufbau von St. Andreas erfolgte nach einem inhaltlich wie künstlerisch durchgestimmten Gesamtkonzept. Dabei bilden Turmhalle und Versöhnungshalle wichtige Stationen auf einem Weg, der vom Westeingang der Kirche bis in den Altarraum führt.
Den Auftakt zu diesem Weg bildet das Westportal, das in die Turmhalle führt. Für dessen Außenseite entwarf Ulrich Henn eine Darstellung des Durchzugs der Israeliten durch das Rote Meer. Dieses Portal wird nur zu besonderen Anlässen im Kirchenjahr geöffnet. Ein solcher Anlass waren Schlüsselübergabe und Einweihungsgottesdienst 1965. Die zentrale Öffnung im Gewölbe der Turmhalle, durch die man die Glocken in den Turm hinaufziehen kann, wird durch ein stilisiertes Andreaskreuz verschlossen, das auf den Patron der Kirche verweist.
Aus dem Inneren der Turmhalle führt ein mit Bronzeelementen besetztes gläsernes Portal in die Versöhnungshalle. Dieses Portal ermöglicht einen durchgehenden Blick von der Turmhalle durch Versöhnungshalle und romanischen Westbau hindurch bis zum Altarraum.
Christian Scholl