Das Kirchenschiff von St. Andreas beeindruckt durch seine großzügige Weite. Durch die Baugeschichte bedingt, ist der Innenraum eher kurz, dafür aber erstaunlich breit geraten.
Das heutige Aussehen verdankt das Kirchenschiff dem Wiederaufbau nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg. Dieser wurde von Ernst Witt geleitet, der auch das Sterngewölbe entwarf, welches das Mittelschiff seither überspannt.
Im Mittelalter muss der Raum völlig anders ausgesehen haben: mit einer flachen Holzdecke, aber auch mit Buntglasfenstern, Wandmalereien, Chorschranken, Bildwerken, zahlreichen Haupt- und Nebenaltären mit Retabeln ... Der Fußboden war mit Gräbern bedeckt. Fast nichts aus dieser Zeit hat sich erhalten. Einiges wurde vermutlich schon mit der Einführung der Reformation in St. Andreas 1542 entfernt; ein Großteil der mittelalterlichen Ausstattung dürfte aber erst im Laufe der folgenden Jahrhunderte verloren gegangen sein.
Nach der Reformation füllte sich das Kirchenschiff aber auch mit neuen Ausstattungsstücken: mit Emporen, Priechen, Gestühlen und Epitaphien (Grabdenkmäler). Erhalten hat sich u.a. das bedeutende Renaissance-Taufbecken von 1547 in der Taufkapelle sowie das Hauptbild vom Epitaph Arneken (um 1600). Von der spätmanieristischen Kanzel von 1642, der großen Orgel von 1667 und dem monumentalen Barockaltar von 1684, die 1945 verbrannt sind, zeugen zumindest noch historische Fotografien.
1719/20 erhielt der gesamte Innenraum der Andreaskirche eine barocke Neufassung, die den Raum bis zur Zerstörung am 22. März 1945 prägte.
1819-25 fand eine bereinigende Restaurierung statt, durch die die zahlreiche historische Ausstattungsstücke verloren gegangen sind.
Die letzte große Erneuerungskampagne vor dem 2. Weltkrieg war eine Restaurierung von 1913 bis ca. 1919 unter Leitung von Karl Börgemann.
Christian Scholl