Das Taufbecken ist eine in Messing gegossene Arbeit aus dem Jahr 1547. Es hat die Form eines Kelches und stammt, wie eine Inschrift am Nodus des Schaftes belegt, vom Braunschweiger Gießer Hans Sievers („Hans Sivvercz“).
Innerhalb der protestantischen Taufgeräte im norddeutschen Raum kommt dem Andreas-Taufbecken eine Schlüsselrolle zu. Der gesamte Aufbau mit seinen Bildern und Inschriften macht es zu einem Programmwerk der gerade erst in Hildesheim eingeführten Reformation in Hildesheim. Eine besondere Bedeutung kommt der Motivauswahl der Reliefs zu. Dabei liegt ein Schwerpunkt – in Abgrenzung zur zeitgenössischen Täuferbewegung, die nur die Erwachsenentaufe gelten ließ – auf der Rechtfertigung der Kindstaufe.
Eventuell gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Taufbecken und dem Türsturz von 1543, der heute im Segenshaus angebracht ist. Beide Objekte verbindet, dass ihr ursprünglicher Aufstellungs- bzw. Anbringungsort unbekannt ist.
Gestalterisch nimmt das Andreas-Taufbecken den Dialog mit dem bedeutenden spätromanischen Taufbecken des Hildesheimer Doms auf, das allerdings Maria ins Zentrum rückt. Gleichzeitig wurde das Andreas-Taufbecken zum Prototyp für eine ganze Reihe weiterer Taufbecken in Hildesheim und darüber hinaus.
Klara Ehbrecht und Christian Scholl